Erzberg: Versuchsparzelle B4, 1998
Erzberg: Versuchsparzelle B4, 1999
Unser LKW, ÖAF 19-242
>> zur Startseite
 
NEUENTWICKLUNG aus dem Forschungsprojekt REKULT  
   
In der Zeit von 4/1997 bis 3/2000 wurde das interdisziplinäres Forschungs- und Entwicklungsprojekt "Rekult" mit der Zielsetzung geführt, Renaturierungen und Rekultivierungen von Steinbruch- und Bergbaufolgeflächen als Geschäftsfeld für den Auftraggeber, die VÖEST ALPINE ERZBERG GmbH, zu entwickeln.  
   
Im interdisziplinären Zusammenwirken von Bergbautechnik, Bergbauwirtschaft, Geologie, Begrünungs- und Bepflanzungstechnik wurden Standards für eine Beurteilung der Ausgangslage, eine Festlegung von Zielen und die geeigneten technischen und biologischen Maßnahmen erarbeitet. Insgesamt wurden auf etwa 60 ha mehr als 200 Versuchsparzellen zu unterschiedlichsten Fragestellungen installiert und interdisziplinär untersucht. Die Ergebnisse flossen in eine Datenbank ein, mit deren Hilfe ein- und mehrfaktorielle Auswertungen möglich sind.  
   
Durch die Entwicklung des sog. "Dickschichtverfahrens", einer speziellen Hydrosaatvariante, ist es im Forschungs- und Entwicklungsprojekt Rekult gelungen, Keimergebnisse, Wuchsverhalten, Klee- Etablierung und Biomassebildung entscheidend zu verbessern. Darüber hinaus konnte beobachtet werden, dass Begrünungserfolge rascher eintraten, dauerhaft sind und ungünstige Randbedingungen wie Exposition, Steilheit, Humus- und Nährstoffarmut etc. in ihren Auswirkungen deutlich abgeschwächt werden konnten. Hydrogeolologische Untersuchungen belegen, dass Nährstoffauswaschungen nur kurzzeitig und in unbedenklichem Maße auftraten, das Verfahren also auch als umweltschonend bezeichnet werden darf.  
   

Das Dickschichtverfahren wurde 2006 in einer Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur als den anderen Methoden deutlich überlegen dargestellt. Im Zuge einer Dissertation werden derzeit sowohl die Bodenbildung als auch die botanische Situation auf den Begrünungsflächen des Steirischen Erzberges untersucht (Universität Salzburg, TU Graz).